!Blockplanungs Update mit euren Wünschen und unseren Tips!
Im Kurs können wir nicht alle Aspekte rund um Wanderungen und Sicherheit im Detail behandeln. Umso mehr lohnt es sich, selbstständig weiterzuschauen und das eigene Wissen zu vertiefen.
Wir empfehlen dir insbesondere die Broschüren LS/T Berg und Sicherheit, in denen viele praktische Tipps und weiterführende Informationen zu finden sind. Auch im Cudesch, auf den Seiten des SAC sowie auf weiteren Plattformen findest du wertvolle Inhalte zur Wanderungsplanung und Durchführung.
Nutze die Gelegenheit, dich mit Themen auseinanderzusetzen, die dich interessieren oder bei denen du noch unsicher bist. So kannst du dein Wissen erweitern und sicherer in die Planung und Durchführung von Wanderungen gehen.
Die Wahl der Route richtet sich immer nach der Stufe und den Fähigkeiten der Gruppe. Wanderungen sollten möglichst auf offiziellen Wanderwegen oder auf ähnlich gut begehbaren Wegen stattfinden. Wichtig ist, dass die Route für die ganze Gruppe sicher und gut machbar ist.
Für Aktivitäten mit Kindern eignen sich in der Regel Wege der Kategorien T1 und T2. Anspruchsvollere Routen sind nicht für Kinder gedacht und sollten mit der Wolfsstufe im Rahmen von J+S nicht durchgeführt werden.
Die Route sollte im Voraus genau angeschaut werden. Wenn möglich, lohnt es sich, sie vorher selbst zu begehen. Das nennt man "rekognoszieren" oder kurz "rekken". Achtet dabei besonders auf schwierige Stellen wie steile Abschnitte, unübersichtliches Gelände oder Wege entlang von Strassen. Solche Passagen sollten möglichst vermieden werden.
Zu einer guten Planung gehört auch, Distanz, Dauer und Höhenmeter realistisch einzuschätzen. Zusätzlich sollten Pausen, Zwischenziele und mögliche Notausstiege bewusst eingeplant werden.
Als Faustregel gilt: In der Wolfsstufe stehen einfache Wege und wenige Höhenmeter im Vordergrund. In der Pfadistufe sind grössere Distanzen möglich, solange die Belastung sinnvoll verteilt ist.
Gut ausgebaute Wanderwege (breit, klar erkennbar)
Wege ohne Absturzgefahr oder steile Abhänge
Gleichmässige Steigungen ohne lange, sehr steile Passagen
Überschaubares Gelände (gute Sicht, einfache Orientierung)
Wege abseits von stark befahrenen Strassen
Abschnitte mit sicheren Querungen (z. B. markierte Übergänge, Brücken)
Natürliche Wege, die dem Alter entsprechend gut begehbar sind
Schmale Wege mit Absturzgefahr oder ausgesetzten Stellen
Sehr steile oder rutschige Passagen (z. B. Geröll, lose Erde)
Unübersichtliches Gelände (z. B. dichter Wald ohne klaren Weg)
Wege entlang oder auf stark befahrenen Strassen
Gefährliche Querungen (z. B. ohne Brücke, ungesicherte Bachübertritte)
Kletterstellen oder Abschnitte, bei denen Hände zur Hilfe benötigt werden
Wege mit unklarem oder schlecht sichtbarem Verlauf
Weg- /Geländemerkmale:
Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut
gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend aus-
geschlossen werden.
Anforderungen:
Gering, auch mit Turnschuhen geeignet. In der Regel einfache Orientierung.
Geeignet für:
Kinder und Jugendliche.
Weg- /Geländemerkmale:
Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr
nicht ausgeschlossen.
Anforderungen:
Etwas Trittsicherheit. Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orien tierungs-
vermögen.
Geeignet für:
Kinder und Jugendliche.
Weg- /Geländemerkmale:
Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte
Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht
man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit
Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen.
Anforderungen:
Gute Trittsicherheit. Gute Wanderschuhe. Gutes Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
Geeignet für:
Jugendliche.
Weg- /Geländemerkmale:
Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die
Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle
Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen.
Anforderungen:
Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Gute Wanderschuhe oder Berg-
schuhe. Gewisse Kenntnisse für Geländebeurteilung und gutes Orientie-
rungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wetterumsturz kann ein Rückzug
schwierig werden.
Geeignet für:
Ausserhalb von Lagersport/Trekking.
Weg- /Geländemerkmale:
Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Exponiert, anspruchs-
volles Gelände, steile Schrofen. Apere Gletscher und Firnfelder mit
Ausrutschgefahr.
Anforderungen:
Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungs-
vermögen. Gute Alpinerfahrung auch im hochalpinen Gelände. Elemen-
tare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil.
Geeignet für:
Ausserhalb von Lagersport/Trekking.
Weg- /Geländemerkmale:
Meist weglos. Kletterstellen bis II. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände.
Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr.
Anforderungen:
Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung
und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.
Geeignet für:
Ausserhalb von Lagersport/Trekking.
Digitale Kartentools sind ein zentrales Hilfsmittel für die Planung von Wanderungen. Sie ermöglichen die Darstellung von Routen, Höhenmetern und Gelände und unterstützen eine strukturierte Vorbereitung.
Dabei gilt: Digitale Karten unterstützen die Planung, ersetzen aber nicht die eigene Einschätzung der Route.
Allgemeine Navigations-Apps wie Google Maps sind für Wanderungen nur eingeschränkt geeignet, da sie Wanderwege und Gelände oft ungenügend berücksichtigen.
Für die Planung sollten spezialisierte Anwendungen verwendet werden:
Die swisstopo app bietet offizielle Schweizer Landeskarten und ermöglicht eine präzise Planung inklusive Höhenprofil und Routenanalyse.
Die SchweizMobil bietet eine grosse Auswahl an bestehenden Routen und eignet sich besonders zur Inspiration und Orientierung.
Route immer im Voraus planen und überprüfen
Karten für die Offline-Nutzung herunterladen
Distanzen und Höhenmeter realistisch einschätzen
Wichtige Punkte (Start, Ziel, Zwischenhalte) bewusst festlegen
SchweizMobil zur Auswahl und Inspiration
swisstopo zur detaillierten Planung und Weiterverarbeitung
Diese Kombination ermöglicht eine einfache und gleichzeitig präzise Vorbereitung von Wanderungen.
App öffnen
Kartenstil: Landeskarte wählen
Wanderwege sind standardmässig sichtbar sonst wählst du sie im Ansicht tool an
Menü öffnen → „Tour planen“
Startpunkt festlegen (z. B. Bahnhof)
Zielpunkt festlegen
Optional: Zwischenpunkte hinzufügen
👉 Die Route wird automatisch entlang vorhandener Wege berechnet.
Punkte verschieben, um den Verlauf anzupassen
Alternative Wege gezielt auswählen
Abschnitte optimieren (z. B. weniger steil, sicherer Verlauf)
Tour speichern
Teilen-Funktion öffnen
Export als:
GPX
KML
👉 Export ist kostenlos und ohne Abo möglich
App öffnen
Kategorie auswählen (z. B. „Wandern“)
Karte verschieben oder Region auswählen
Tour anklicken
Distanz und Dauer ansehen
Höhenprofil analysieren
Schwierigkeit berücksichtigen
Funktion „Route planen“ verwenden
Punkte auf der Karte setzen
👉 Hinweis: Erweiterte Funktionen sind teilweise nur mit SchweizMobil Plus (Abo) verfügbar.
GPX-Export nur mit Plus-Abo möglich
Export betrifft:
selbst erstellte Touren
aufgezeichnete Routen
👉 Offizielle Routen sind meist nicht direkt exportierbar
Die Marschzeitberechnung (MZB) ist ein zentraler Bestandteil jeder Wanderplanung. Sie zeigt, wann die Gruppe welche Punkte auf der Route erreichen sollte und hilft dabei einzuschätzen, ob eine geplante Wanderung überhaupt durchführbar ist. Die Marschgeschwindigkeit der Gruppe muss dafür im Voraus realistisch eingeschätzt werden und richtet sich immer nach den langsameren Personen der Gruppe.
Bei der Marschzeitberechnung werden Höhenmeter stärker gewichtet als flache Distanzen. Zusammen ergeben Distanz und Höhenmeter sogenannte Leistungskilometer, anhand derer die benötigte Zeit für einzelne Streckenabschnitte realistisch berechnet werden kann.
Durchschnittliche Geschwindigkeiten:
Wolfsstufe (Kinder): ca. 2 – 3 Lkm/h
Pfadistufe (Jugendliche): ca. 3 – 4 Lkm/h
Gut eingespielte / starke Gruppen: ca. 3.5 – 4 Lkm/h
Erwachsene / Leitende: ca. 4 – 6 Lkm/h
Die MZB dient während der Wanderung als Orientierungshilfe. An definierten Zwischen- und Pausenpunkten wird überprüft, ob sich die Gruppe noch im geplanten Zeitrahmen bewegt. So können Abweichungen früh erkannt und bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden.
In der Regel wird die Marschzeitberechnung in Form einer Tabelle erstellt. Dabei werden die Wegpunkte der Route nacheinander eingetragen. Für jeden Abschnitt werden Distanz und Höhenmeter erfasst, daraus die Leistungskilometer berechnet und anschliessend die benötigte Zeit bestimmt. Diese Zeiten werden fortlaufend addiert, sodass ersichtlich wird, wann die Gruppe die einzelnen Punkte erreicht.
Eine durchdachte MZB beinhaltet bewusst eingeplante und ausreichend dimensionierte Pausen. Gleichzeitig wird während der Wanderung regelmässig überprüft, ob die geplanten Zeiten eingehalten werden, sodass frühzeitig reagiert werden kann.
Die MZB-Tabelle der PBS ist ein Excel-Dokument, das dich bei der Marschzeitberechnung zuverlässig unterstützt. Du kannst alle relevanten Wegpunkte deiner Wanderung eintragen und behältst so den Überblick über die gesamte Route.
Die benötigten Werte werden von dir eingetragen, danach übernimmt die Tabelle die Berechnungen. Sie berechnet automatisch die Marschzeiten für die einzelnen Abschnitte sowie die gesamte Wanderung und hilft dir, realistische Zeiten zu planen.
Eine detaillierte Anleitung zur Verwendung findest du im dritten Tabellenblatt des Dokuments.
Diese Webseite des Cevi ermöglicht das automatische Erstellen einer Marschzeittabelle auf Basis der J+S-Vorlage. Grundlage dafür ist eine GPX- oder KML-Datei der geplanten Route.
Nach dem Hochladen der Datei werden Wegpunkte, Distanzen und Höhenmeter übernommen und in eine Marschzeittabelle umgewandelt. Zusätzlich können ein Höhenprofil sowie Kartenausschnitte der Route erstellt werden. Dabei ist zu beachten, dass detailliert gesetzte Wegpunkte (z. B. aus der swisstopo App) nicht immer vollständig oder sauber übernommen werden.
Das Tool kann den Einstieg erleichtern und eine erste Übersicht geben. Die erstellte Tabelle ist jedoch weniger übersichtlich und flexibel als die Excel-Tabelle der PBS und eignet sich daher eher als Ergänzung.
Eine genauere Anleitung findest du direkt auf der Webseite.
Unsere Empfehlung ist, eure Route in der SchweizMobil zu planen. Dort könnt ihr alle wichtigen Punkte einzeichnen und seht direkt Distanz und Höhenmeter. Wenn ihr die Tour anschliessend auf euer Handy teilt (z. B. via QR-Code), habt ihr die wichtigsten Informationen auch unterwegs griffbereit.
Die Daten aus swisstopo könnt ihr danach in die PBS-Marschzeittabelle übertragen. So entsteht eine genaue und gut strukturierte Marschzeitberechnung.
Der Online-MZB-Rechner kann ebenfalls genutzt werden, ist jedoch anfälliger für Fehler. Zudem ist die resultierende Tabelle oft weniger übersichtlich. Er eignet sich daher eher als Ergänzung oder Notlösung. Zwar bietet er Planung, MZB und Höhenprofil in einem Tool, die Qualität ist jedoch meist tiefer als bei einer bewusst getrennten Planung.
Sowohl swisstopo als auch die PBS-MZB-Tabelle sind übersichtlich aufgebaut und unterstützen euch an den wichtigen Stellen mit hilfreichen Informationen.
Für eure Wanderung sowie für andere sicherheitsrelevante Aktivitäten – wie Geländegames, sportliche Programme oder Aktivitäten abseits des Lagerplatzes – ist es wichtig, sich im Voraus bewusst Gedanken zur Sicherheit zu machen. Dazu gehört, mögliche Risiken zu erkennen und zu überlegen, wie ihr damit umgehen möchtet.
Diese Überlegungen werden in einem Sicherheitskonzept (SiKo) schriftlich festgehalten.
Das Aufschreiben eurer Überlegungen bringt für euch und euer Leitungsteam mehrere wichtige Vorteile mit sich:
Es trägt dazu bei, dass alle über die gleichen Informationen verfügen.
Es hilft euch, die geplanten Sicherheitsmassnahmen vor der Durchführung nochmals bewusst zu überprüfen und umzusetzen.
Es macht eure Sicherheitsüberlegungen für Dritte sichtbar (z. B. Coach oder Abteilungsleitung) und ermöglicht zusätzliche Rückmeldungen.
Sollte trotz Planung etwas passieren, zeigt es, dass ihr die Aktivität sorgfältig und umsichtig vorbereitet habt.
Ein SiKo beschreibt dabei nicht nur mögliche Risiken, sondern zeigt auch, wie ihr konkret damit umgeht und darauf reagiert.
Wanderungen bringen unterschiedliche Risiken mit sich. Bereits in der Planung und im Sicherheitskonzept sollten mögliche Gefahrenbereiche berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Gelände, Witterung, Begegnungen sowie die eigene Gruppe.
Das Gelände stellt einen der zentralen Risikofaktoren bei Wanderungen dar. Besonders zu beachten sind steile Passagen, Abgründe sowie Gewässer wie Bäche oder reissende Flüsse, die je nach Situation schwer oder gar nicht passierbar sind. Auch Wege entlang von Strassen oder in der Nähe von Verkehr erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Der Untergrund spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da rutschige, lose oder unebene Wege das Risiko von Stürzen erhöhen. Diese Aspekte sollten bereits bei der Routenplanung berücksichtigt werden, indem möglichst geeignete und sichere Wanderwege gewählt werden.
Die Witterung hat einen grossen Einfluss auf jede Wanderung und kann sich schnell verändern. Hitze, Kälte, Regen, Schnee oder Gewitter wirken sich direkt auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gruppe aus. Besonders im Sommer können am Nachmittag plötzlich Gewitter entstehen, die eine Wanderung schnell gefährlich machen. Auch Regen oder Schnee können Wege rutschig und schwer begehbar machen, während grosse Hitze oder Kälte den Körper zusätzlich belasten. Deshalb ist es wichtig, das Wetter im Voraus zu prüfen und während der Wanderung im Blick zu behalten.
Auf Wanderungen kommt es immer wieder zu Begegnungen mit Tieren, anderen Menschen oder Hunden. Diese verlaufen meist unproblematisch, können aber je nach Situation die Gruppe verunsichern oder das Weiterkommen erschweren.
Tiere verfügen grundsätzlich über eine natürliche Scheu vor dem Menschen, ihr Verhalten ist jedoch nicht immer vorhersehbar. Deshalb gilt: Abstand halten und Tiere weder provozieren noch bedrängen.
Besondere Vorsicht ist bei Kühen mit Kälbern geboten, da Mutterkühe ihre Jungen verteidigen. Es sollte ein möglichst grosser Abstand eingehalten werden, und die Weide wird ruhig und ohne Hast verlassen. Auf keinen Fall darf man zwischen eine Kuh und ihr Kalb geraten.
Auch bei Schafherden können Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Hier ist es wichtig, Abstand zur Herde zu halten und ruhig zu bleiben; ein bellender Hund wird möglichst ignoriert.
Zusätzlich können kleinere Risiken wie Zecken oder unübersichtliche Situationen mit Hunden und anderen Menschen auftreten. Solche Begegnungen sollten in der Planung berücksichtigt werden.
Die Gruppe selbst ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit auf einer Wanderung. Zustand und Verhalten der Teilnehmenden können sich im Verlauf der Tour verändern, beispielsweise durch Müdigkeit, Hunger oder Durst. Auch Motivation und Konzentration spielen eine grosse Rolle und können die Dynamik der Gruppe beeinflussen.
Die Route und das Tempo müssen stets an die Leistungsfähigkeit, das Alter und die Trittsicherheit der Teilnehmenden angepasst werden. Dabei orientiert man sich immer an den schwächeren Personen der Gruppe. Eine angepasste Gruppengrösse sowie eine ausreichende Begleitung durch Leitpersonen tragen zusätzlich zur Sicherheit bei.
Es ist wichtig, die Gruppe während der gesamten Wanderung im Blick zu behalten und bei Bedarf frühzeitig Pausen einzulegen oder Anpassungen vorzunehmen.
Damit ihr während der Wanderung nicht in schwierige Situationen geratet, ist es wichtig, eure Route im Voraus gut zu kennen. Informiert euch über Strecke, Gelände und mögliche Herausforderungen. Markiert wichtige Punkte wie Pausenorte, schwierige Stellen oder Notausstiege bereits bei der Planung. So behaltet ihr unterwegs den Überblick und könnt frühzeitig reagieren.
Der Point of no Return beschreibt eine Stelle auf der Route, ab der ein Umkehren nur noch schwer oder mit grossem Aufwand möglich ist. Vor diesem Punkt muss bewusst entschieden werden, ob die Wanderung wie geplant weitergeführt werden kann. Faktoren wie Wetter, Zeit, Zustand der Gruppe und Gelände spielen dabei eine wichtige Rolle.
Ausstiegspunkte sind Stellen auf der Route, an denen die Wanderung bei Bedarf abgebrochen oder vereinfacht werden kann. Dazu gehören beispielsweise Wege zurück ins Tal, ÖV-Anschlüsse oder gut erreichbare Alternativrouten. Sie bieten Sicherheit, falls sich die Situation verändert oder Probleme auftreten.
Fixe Pausenplätze sind im Voraus festgelegte Orte für Trink-, Erholungs- oder Verpflegungspausen. Sie helfen, die Wanderung zu strukturieren und geben Orientierung im Zeitplan.
Gefährliche Stellen sind Abschnitte mit erhöhtem Risiko, z. B. steile, rutschige oder unübersichtliche Wege. Sie sollten im Voraus erkannt und wenn möglich umgangen werden; falls nicht, sind passende Massnahmen im SiKo festzulegen (z. B. langsam gehen, zusammen bleiben).
Wechsel in der Leitung sollten im Voraus klar abgesprochen werden. Legt fest, wer wann die Verantwortung übernimmt (z. B. vom Start bis zur Mittagspause), damit die Führung jederzeit klar geregelt ist.
Für eine Wanderung benötigt ihr ein Wander-SiKo. Im Cudesch findet ihr dazu sowie für andere sicherheitsrelevante Aktivitäten Mustersikos, an denen ihr euch orientieren könnt. Diese zeigen die Mindestpunkte, die in einem SiKo enthalten sein sollten.
Grundsätzlich könnt ihr in einem SiKo immer ergänzen, aber nichts weglassen, damit es ausreichend ist. Ihr könnt in einem SiKo nicht zu viel notieren, solange die Punkte zur Aktivität passen, realistisch auftreten können (keine unrealistischen Szenarien wie z. B. Terroranschläge oder Erdbeben) und ihr die festgelegten Massnahmen auch umsetzen oder sinnvolle Schlüsse daraus ziehen könnt.
Ein SiKo soll also vollständig, realistisch und auf die konkrete Wanderung abgestimmt sein.
Dieser Abschnitt zeigt, wie die Verantwortung im Leitungsteam verteilt ist. Es wird festgelegt, wer welche Rolle übernimmt und wer die Gruppe wann anleitet. Ziel ist, dass jederzeit klar ist, wer Entscheidungen trifft und wer für welche aufgaben und welches Material zuständig ist. Das erhöht die Übersicht und verhindert Unsicherheiten in kritischen Situationen.
Hier wird definiert, unter welchen Bedingungen die Wanderung nicht durchgeführt oder abgebrochen wird. Zusätzlich werden Alternativen aufgezeigt, falls die ursprüngliche Route nicht mehr sicher ist. Dieser Abschnitt ist zentral, da Entscheidungen nicht erst vor Ort spontan getroffen werden müssen, sondern bereits vorbereitet sind. Zusammengefasst wird deis dann in den Ausstegspunkten.
In diesem Abschnitt wird festgelegt, wie sich die Gruppe während der Wanderung verhalten soll. Klare Regeln helfen, Risiken im Gelände zu reduzieren und die Gruppe zusammenzuhalten. Sie dienen auch dazu, den Teilnehmenden Orientierung zu geben, besonders in anspruchsvolleren Situationen.
Hier wird aufgeführt, welche Ausrüstung für eine sichere Durchführung notwendig ist. Ziel ist, dass alle Teilnehmenden und Leitenden passend ausgerüstet sind und auf verschiedene Situationen vorbereitet sind. Die vorgängige Kontrolle stellt sicher, dass keine wichtigen Dinge fehlen.
Dieser Abschnitt fokussiert auf konkrete Schlüsselstellen oder besondere Gefahren der Route. Hier werden gezielt Massnahmen definiert, die genau auf diese Situation abgestimmt sind. Das macht das SiKo spezifisch und nicht nur allgemein gehalten.
Hier wird beschrieben, wie das Leitungsteam auf Notfälle vorbereitet ist. Dazu gehören Kommunikation, Material und Zuständigkeiten. Auch eine verteilung der Aufgaben wie Alarmierung erste Hilfe etc. kann hilfreich sein. Ziel ist, im Ernstfall schnell und koordiniert handeln zu können.
Bei der Planung einer Aktivität überlegst du dir, welche Gefahren auftreten können und welche Massnahmen nötig sind. Oft verändern sich die Bedingungen jedoch kurz vor oder während der Durchführung, z. B. durch Wetter oder Gruppengrösse. Deshalb darfst du dich nicht nur auf deine Planung verlassen, sondern musst die Situation laufend überprüfen und anpassen.
Um dabei den Überblick zu behalten, arbeiten wir in der Pfadi mit der Methode 3 x 3. Sie hilft dir sowohl bei der Planung als auch während der Durchführung, die wichtigsten Faktoren im Blick zu behalten.
Du betrachtest dabei drei Faktoren:
die Verhältnisse (z. B. Tageszeit, Wetter)
das Gelände / die Umgebung
die Gruppe (inkl. Leitungsteam)
Diese überprüfst du zu drei Zeitpunkten:
zu Hause bei der Planung
vor Ort kurz vor Beginn der Aktivität
während der Aktivität
Zu Hause überlegst du dir, wie die Situation aussehen wird. Vor Ort überprüfst du deine Annahmen, und während der Durchführung achtest du darauf, wie sich die Faktoren verändern.
Die Methode 3 x 3 hilft dir, das Wesentliche im Blick zu behalten und frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. So kannst du Risiken besser einschätzen und bei Bedarf rechtzeitig Massnahmen ergreifen.
Die Sicherheit einer Wanderung hängt stark davon ab, wie die Leitperson die Gruppe führt. Gerade im Gelände ist es wichtig, den Überblick zu behalten und vorauszudenken, um Risiken frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können. Entscheidungen müssen bewusst getroffen und bei Bedarf auch konsequent umgesetzt werden.
Die Leitperson passt Tempo, Route und Pausen laufend an die Gruppe und die Situation an. Unsicherheiten sollten im Leitungsteam offen angesprochen werden, und auch Fehler müssen erkannt und korrigiert werden. Klare Regeln helfen, die Gruppe sicher zu führen, auch wenn einzelne Entscheidungen nicht immer bei allen gut ankommen. In gewissen Situationen ist es notwendig, bestimmt aufzutreten und Regeln konsequent durchzusetzen.
Gerade bei der Wolfsstufe ist es zudem wichtig, Material und Ausrüstung im Voraus zu überprüfen, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden passend ausgerüstet sind. Gleichzeitig sollen die Teilnehmenden nicht ständig kontrolliert werden. Sie brauchen Freiräume, um eigene Erfahrungen zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Die Aufgabe der Leitperson ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem dies möglich ist, ohne dass die Sicherheit der Gruppe gefährdet wird.
In der Pfadi planen wir viele verschiedene Arten von Programm. Ein grosser Teil davon ist eher unproblematisch und benötigt keine speziellen Sicherheitsüberlegungen. Dazu gehören beispielsweise RF-Blöcke, Ateliers oder einfache Spiele.
Andere Aktivitäten weisen jedoch ein deutlich höheres Gefahrenpotenzial auf und erfordern deshalb gezielte Sicherheitsüberlegungen. Dazu zählen unter anderem Wanderungen, grössere Geländespiele, Aktivitäten abseits des Lagerplatzes oder auch die Anreise, beispielsweise mit dem Fahrrad. Diese werden als sicherheitsrelevante Aktivitäten bezeichnet und müssen entsprechend sorgfältig geplant und mit einem Sicherheitskonzept vorbereitet werden.
Es gibt zudem Aktivitäten, die sich in ihrer Intensität und ihrem Risiko klar vom üblichen Pfadiprogramm unterscheiden. Für diese hat J+S eigene Sicherheitsbereiche definiert, für die zusätzliche Anforderungen und Ausbildungen gelten. Sie bilden gleichzeitig die Grenze zu Aktivitäten, die im Rahmen von J+S nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden dürfen.
Sicherheitsbereiche sind von J+S definierte Bereiche mit erhöhten Anforderungen an die Sicherheit. Dazu gehören im Lagersport/Trekking insbesondere die Bereiche Berg, Winter und Wasser.
Für Aktivitäten in diesen Bereichen ist eine spezielle Ausbildung erforderlich. Mindestens eine Leitperson muss ein entsprechendes J+S-Modul absolviert haben, um solche Programme durchführen zu dürfen.
Zudem dürfen Aktivitäten im Sicherheitsbereich nur mit Jugendlichen (10–20 Jahre) durchgeführt werden und müssen von einer J+S-Expertin oder einem J+S-Experten Lagersport/Trekking mit entsprechender Zusatzqualifikation beurteilt und bewilligt werden.
Ohne diese Voraussetzungen dürfen keine Aktivitäten in diesen Bereichen durchgeführt werden. Sicherheitsbereiche zeigen somit klar auf, wo zusätzliche Kompetenzen notwendig sind und wo die Grenzen des üblichen Pfadiprogramms liegen. Mit deiner Wolfstufe darfst du in keinem Fall Aktivitäten im Sicherheitsbereich machen, da diese per Definition zu jung sind. (Kindersport)
Informiere dich bei jeder geplanten Aktivität genau darüber, ob und unter welchen Voraussetzungen du sie durchführen darfst. Wende dich auf jeden fall an den Coach deiner Abteilung oder an zuständige Stellen auf Regions- oder Kantonsebene.
Mehrtägige Wanderungen mit Übernachtung im Biwak oberhalb der Waldgrenze, die im Bereich bis und mit T3 stattfinden.
Anspruchsvolle Bergwanderungen mit zahlreichen und/oder längeren Schlüsselstellen im Bereich T3.
Typisch Aktivitäten im sicherheirsbereich:
Lager, die in einer abgelegenen Gegend ohne wintersichere Zufahrt stattfinden.
Biwakübernachtungen, die im Zelt, Iglu usw. stattfinden, ohne dass ein Lagerhaus mit wintersicherer Zufahrt schnell erreicht werden kann.
Anspruchsvolle und/oder mehrtägige Schneeschuhwanderungen.
Typisch Aktivitäten im sicherheirsbereich:
Aktivitäten auf fliessendem Gewässer mit Booten, die in vollgelaufenem Zustand schwimmfähig bleiben (Sit-on-Top-Boote, offene, aufblasbare Boote wie zum Beispiel Rafts), oder einem Floss. Auf wettkampftauglichen Wassersportgeräten wie Kanus oder SUPʼs sowie zum Flussschwimmen werden dabei Schwimmwesten getragen. Für alle anderen Boote und Flosse sind Rettungswesten mit Kragen und höherem Auftrieb vorgeschrieben.
Speziell anspruchsvolle Aktivitäten, die erhöhte Sicherheitsanforderungen stellen, wie:
anspruchsvolle Bach- und Flusstrekkings (bspw. unübersichtliche Route, wenig Ausstiegsstellen, starke Verblockung, hoher Wasserdruck)
anspruchsvolles Flussschwimmen
Flusssurfen
Aktivitäten im Sicherheitsbereich Wasser inkl. River-Rafting sind bis und mit Wildwasser II möglich.